Backestag im Unterdorf - Januar 2012

Bereits morgens um ca. 05 Uhr war Dirk mit den Vorbereitungen und vor allem mit dem Anstochen des Backraumes beschäftigt. Als ich dann gegen 09 Uhr eintraf, war bereits die erste Füllung fertig gebacken. Selbst das zweite Anstochen war schon geschehen, so dass ich von diesem Zeitpunkt aus dann einen ganzen Backvorgang verfolgen konnte.


Hans-Jürgen hatte für die meisten Backfreunde eine Backmischung für Roggenmischbrot namens König-Ludwig-Brot vorbereitet. Dieses wurde als fertige Teiglaibe in Brotform im alten Backes in der Gartenstraße abgegeben, wobei die „Lieferanten“ meist gleich dort blieben. So füllte sich der kleine Backes dann zusehends. Ein Teil der Brotlaibe musste noch mal geknetet werden, welches fachmännisch Werner, ein gelernter Bäcker, übernahm. In abgedecktem Zustand, damit die Feuchtigkeit nicht verloren ging, ruhte oder besser gesagt „ging“ der Teig nun noch etwa eine ganze Stunde.

 

Nachdem die zweite Feuerung nach Begutachtung der „Heizer“ Dirk, Thomas, Dieter und Oliver „gut“ war, wurde die Glut entfernt. Mit einem nassen Sackleinen wurde der Boden des Backraumes gereinigt. Die Temperatur im Backraum wurde gemessen. Sie betrug so ca. 250 °C. Mit einem sogenannten Backesschoss wurden die Teiglaibe wenig später in den Backraum „geschossen“.

Jetzt war ein wenig Pause angesagt, die mit guten Ratschlägen und Erinnerungen an frühere „Backestage“ unserer Eltern aufgefrischt wurde. Zwischenzeitlich füllte sich der Backes immer mehr mit kundigen Personen. Männlein und Weiblein fanden sich ein zu einem netten Plausch und Zeitvertreib. Geschätzte 30 Interessierte kamen und gingen während des Vormittags. Blechkuchen – Rimmelskoochen – und andere Kuchen wurden gebracht zum Backen, ebenso Kartoffelbrot und Kartoffelkuchen nach alten Rezepten und in alten Gussformen, selbst ein Marmorkuchen in einer hohen Form war dabei.

Nach ca. einer Stunde Backzeit wurde die Tür geöffnet. Spannend verfolgten die Anwesenden, wie verschiedene Brote zur Prüfung nach vorne geholt wurden. Neben anderen überwachte nun besonders Werner mit Wissen und Erfahrung den Backvorgang, prüfte hier und dort und entschied den weiteren Fortgang. Ein Teil musste noch im Ofen bleiben, der Rest wurde rausgeholt und teilweise warm und frisch probiert und verköstigt. Es ist schon ein besonderer Genuss, selbstgebackenes Brot oder Kuchen frisch aus dem Ofen mit vielen Gleichgesinnten zu essen. Dazu gönnten sich die Männer dann auch ein Bierchen, „weil die Hitze am Ofen so besser zu ertragen ist“.

Eine weitere Feuerung des Backraumes wurde in Angriff genommen, denn es kamen immer mehr Backfreunde mit Brotteig und Kuchen, der noch gebacken werden sollte. Dieser Andrang hatte sich von Mal zu Mal gesteigert, so dass es wohl nicht ausbleibt, eine Backliste zu führen, damit das Backen in Zukunft kontinuierlich ablaufen kann. Dazu wird wohl intern des „Backkreises“ informiert werden.

 

Bis zum frühen Nachmittag setzte sich das Treffen der aktiven und passiven Backfreunde fort. Es war ein angenehmer, nachbarschaftlicher und verbindender Backtag, der hoffentlich noch oft und lange seine Freunde findet.

 

 

Dieser Backes eignet sich auch für Backveranstaltungen unserer Dorfvereine. Termine dazu sollten aber im Vorfeld vereinbart werden.

 

 

Bericht, Fotos und Videos: Rainer Thiel