Backesbrot in Hanwerth - Dezember 2011

"Willste mal ein paar Fotos machen vom Brot backen?", fragte mich Helmut Noll im Dezember 2011. Natürlich bin ich umgehend der Einladung gefolgt, um mir das nicht entgehen zu lassen. Für ihren privaten Verbrauch nutzten Helmut Noll und Klaus Zimmermann das alte Backhaus in Hanwerth. Dieser alte "Backes" wurde nach mühevoller Restauration in Eigenleistung 2007 wieder nutzbar gemacht.

Innen befindet sich ein alter Grundstein mit der Zahl 1926 - wohl das Jahr, an dem er in seiner jetzigen Form gebaut und genutzt wurde. Dieser Stein ist in das Mauerwerk beim Retaurieren sichtbar neben der Backraumtür eingebaut worden, unterhalb dem neuen Stein mit der Jahreszahl 2007.

 

Eine vorgefertigte Backmischung wurde in einer Knet- und Mischmaschine durchgewalkt. Anschließend wurden Batzen von ca. 750 Gramm abgewogen und von Inge und ihrem Enkel Felix zu Brotlaiber geformt und in die Holzkörbe gelegt. Weil es ein Hefeteig war, musste er dann ca. eine Stunde "gehen", das heißt abgedeckt ruhen, damit der Hefeteig sich ausbreiten kann. Anschließend ging es zum benachbarten Backes.

 

Die Vorbereitung des Anstochens und die richtige Fütterung mit Holz ist eine Wissenschaft für sich. Die vorher schwarz verrußten Wände und Deckenwölbung müssen gleichmäßig im ganzen Backraum hellgrau sein. Die Feuerungshitze darf aber auch nicht zu stark sein, sonst glühen die Stein aus.

 

Der Backraum war schon am frühen Morgen angestocht worden. Er wurde kurz vor dem Einbringen der Brotlaiber von der Glut befreit. Die Temperatur wurde gemessen und lag bei ca. 150 - 200 °C und war somit optimal zum Backen. Die Glut wurde nach draußen gebracht und der Backraumboden mit dem "Wesch" gesäubert. Mit dem "Backesschoss" wurden die Brote dann zügig hineingeschoben und platziert. Hinzu kam noch ein Topf mit Wasser. Dieses verdunstet teilweise und sorgt somit für eine schöne glänzende Brotoberfläche.

 

Nach ca. einer Stunde wurde dann die Tür zum Backraum geöffnet. Nach prüfenden Blicken der beiden Fachmänner Helmut Noll und Klaus Zimmermann wurden dann die ersten Brote mit dem Schoss rausgezogen. Nach allgemeiner Zufriedenheit, auch in Anwesenheit von Inge Noll, wurden dann alle Brotlaiber hochkant zum richtigen Abkühlen auf den "Dill" gelegt.

 

Diesen ganzen kompletten Vorgang hatte ich zum ersten Mal vollständig miterlebt. Zufrieden zog ich dann mit geschossenen Fotos und Videos und einem geschenkten Brot nach Hause.

 

Fotos und Videos hiervon siehe unten!

 

Rainer Thiel

 

 

Video A - Teig wird zu Brotlaiben geformt

Felix hilft seiner Oma Inge beim Formen des fertigen Teiges zu Brotlaiben. Diese werden dann auf dem "Dill" (siehe bei den Fotos) zum "Gehen" gelagert. Dies dauert ca. eine Stunde, bevor die Brotlaiber in den Backofen "geschossen" werden!

 

Video siehe Link:

 

Backestag Hanwerth - a

 

oder unter "You Tube", dort "Mudenbach" eingeben.

Video B - ...fertig gebacken!

Nachdem die Brotlaiber ca. eine Stunde gebacken hatten, wurden sie von den beiden Hobby-Bäcker Helmut und Klaus mit dem "Backesschoss" aus dem Ofen geholt. Sie sahen nicht nur gut aus, sondern rochen und schmeckten auch gut...!

 

Video siehe Link:

 

Video Backestag Hanwerth - b

 

oder unter "You Tube", dort "Mudenbach" eingeben.