Fotos und Dokumente von Helmut Jung 1848 - 1980

Vorstellen möchte ich heute eine Sammlung von Fotos, die mir Helmut Jung (Krestjes Helmut) zur Verfügung stellte. Die Bilder zeigen eine weite Spanne seiner Familiengeschichte beginnend mit einem Schulzeugnis von Johann Wilhelm Leyendecker aus dem Jahre 1848. Die Serie setzt sich fort bis in die 80er Jahre im vorigen Jahrhundert.

 

Ich habe 6 Blöcke aus diesen Bildern gebildet.

 

 

Block Nr. 1

Block 1: Bilder und Dokumente ab dem Jahre 1848 - 1930 - enthält u. a. ein Zeugnis aus dem Jahr 1848, sowie die verheerende Explosion 1901 in der Pulverfabrik Farrenau, bei der Helmuts Urgroßvater getötet wurde usw..

 

Block Nr. 2

Block 2: Bilder 1931-1945 - enthält Fotos von Helmuts Vater Emil, der 1943 gefallen ist und u. a. ein Foto einer russ. Zwangsarbeiterin namens Wally, die bei Krestjes eine nach damaligen Verhältnissen gute Arbeitsstelle mit Familienanschluß (welcher nicht erlaubt war) fand. Zudem fand Helmut einen Bombensplitter vom Angriff am 11.03.45 - eigentlich begann mit dieser Mitteilung an mich dieser Bericht. Der Bombensplitter ist ca. 50 cm lang. Helmut hat ihn per Sandstrahlung entrostet und mit Klarlack "konserviert".

Nach seinen Angaben befanden sich ca. 90 Bombentrichter verschiedener Größe in der Schlad (Schlaad) auf freiem Feld. Verletzt wurde nur ein Bewohner vom Steimel. Getötet wurde lediglich ein Pferd, dass dann in einem dieser Trichter seine letzte Ruhestätte fand. Mudenbach hatte wirklich großes Glück gehabt.

Sein Großvater wurde 1934 im Namen von Hindenburg geehrt für seine langjährige Tätigkeit in der Kriegervereinigung - siehe Foto.

 

Block Nr. 3

Weiter geht es mit Fotos aus der Nachkriegszeit von ca. 1945 - ca. 1955

 

Auffallend sind zum Beispiel die Kappen der Jungen (siehe Foto vom Schulausflug nach Köln), Design wahrscheinlich der Wehrmacht entnommen. Ich selbst (Rainer Thiel) wurde 1953 eingeschult. Auch wir trugen noch bis etwa 1955 diese Mützen.

 

Block Nr. 4

Die "armen" Jahre neigen sich dem Ende zu. Fotos aus den Jahren ab ca. 1955 bis 1965

 

Block Nr. 5

Fotos aus der jüngeren Vergangenheit...

 

Block Nr. 6

Von den vielen Millionen von den Nazis verschleppten und zur Zwangsarbeit gezwungenen Russen und anderen Vöker aus Osteuropa war wohl Wasilisa Golowka, genannt Wally, eine der wenigen (?), die ein gutes, familiäres Verhältnis zu ihrem "Arbeitgeber" - hier Krestjes in Mudenbach - aufbauen konnte. Sie lernte nach Angaben von Helmut auch sehr schnell Deutsch in Schrift und Sprache. Nach Kriegsende wurde sie Anfang Mai 1945 wieder nach Russland entlassen. Von einer Sammelstelle in Wahlros bzw. Höchstenbach fuhr sie wieder zurück, zuvor hinterließ sie für Familie Jung und Leyendecker, besonders aber für Helmut noch einen Abschiedsgruß auf einer Karte - siehe Foto. Auf ein späteres Lebenszeichen von Wally wartete Familie Jung vergebens.

In Mudenbach waren etwa 13 sog. Ostarbeiter/innen als Arbeitshilfen bei Bauern in der Landwirtschaft oder im Haushalt eingesetzt. Sollte ich zu diesem Thema Näheres erfahren, werde ich es nach Möglichkeit veröffentlichen.

 

Viele der heimkehrenden russ. Zwangsarbeiter/innen wurden der Spionage verdächtigt und landeten irgendwo in einem Arbeitslager. Die meisten starben bei diesen Strafaktionen.

 

Hier u. a. auch einige Dokumente, wie Entlausung der Personen, Behandlung und Verpflegung. Fraternisierung wurde strengsten untersagt. Ärzliche Versorgung galt nur im Notfall usw..