■ Waldbegang von Freitag, dem 14. Oktober


'Zu fällen einen schönen Baum, brauchts eine halbe Stunde kaum, zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert'.

 

Diese Zeilen von Eugen Roth zeigen uns mit welcher Verantwortung wir unseren Waldbestand hegen und pflegen müssen, damit er auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.

Dass sich unser Gemeindewald in einem sehr guten Zustand befindet, sich Altbestand und Neuanpflanzung in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander befinden, davon konnten wir uns beim diesjährigen Waldbegang mit Revierförster Dieter Jung hinlänglich überzeugen.

 

Zweiter und umfassender Teil zum Bericht Waldbegang/Inform 43.


In der Abt. 1a (Steilhang oberhalb der Kläranlage) wurden auf einer Kahlfläche im Jahr 2002 Douglasien gepflanzt. In einigen Teilbereichen war die Douglasie in den Folgejahren durch Trockenheit ausgefallen. Die Fehlstellen wurden im Jahr 2007 mit Esskastanie, Spitzahorn und Wildkirsche nachgebessert. Inzwischen hat sich ein artenreicher Mischwald entwickelt, in dem vorKurzem im Rahmen der in regelmäßigen Abständen durchgeführten Jungbestandspflege bedrängende Birken entfernt wurden. Die Zukunftsbäume wurden teilweise geästet.
In der Abt. 7a entlang der K15 in Richtung Marzhausen findet im nächsten Winter die Brennholz- Selbstwerbung in dem 41-jährigen Bergahornbestand statt. Durch gezielte Freistellung der geraden und astfreien zukünftigen Furnierbäume soll der Zuwachs des Bestandes auf diese hochwertigen Bäume konzentriert werden.

In der Abt. 5a (Beul) wurde der 16 ha große Mischbestand aus 160-jährigen Traubeneichen und Buchen begutachtet. Dieser wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Etappen durchforstet. Die besten Exemplare wurden gefördert, während die schlecht geformten Bäume sowie zum großen Teil auch absterbende Eichen entnommen wurden. Das Eichenstammholz konnte in den letzten Jahren zu sehr guten Preisen vornehmlich nach Frankreich in die Fassholzproduktion verkauft werden. Auf den 16 ha besitzt die Gemeinde Mudenbach einen Vorrat an hochwertigem Furnierholz, was als „Sparbuch“ der Gemeinde angesehen werden kann.

In der Abt. 7a links der K 15 in Richtung Marzhausen befindet sich auf 2,7 ha Größe ein 150-jähriger Buchenbestand. Durch optimale Lichtstellung hat sich der Bestand in den letzten Jahren auf ganzer Fläche natürlich verjüngt. Die Naturverjüngung ist inzwischen ca. 2 m hoch. Da die Stammholzpreise für hochwertige Buchen zur Zeit nicht gut sind, warten wir mit der Ernte der hiebsreifen Buche noch auf eine positive Preisentwicklung in den kommenden Jahren.

In der Abt. 10a wurde im Jahr 2009 auf Wunsch der Gemeinde damals eine 0,5 ha große Traubeneichenkultur angelegt. Auf der Fläche waren zuvor hiebsreife Fichten gefällt worden. Die Fläche wurde eingegattert. Später wurde die Kultur durch Beipflanzung von Weißtannen ergänzt. Die Kultur kann man heute als gesichert ansehen. Das Gatter soll im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für Flüchtlinge im kommenden Jahr abgebaut werden.                          

In der Abt. 12a wurde eine der größten Windwurfflächen aus dem Jahren 2007 und 2008 mit verschiedenen Laubhölzern aufgeforstet. Auf 4,0 ha hat sich inzwischen ein wertvoller Mischbestand aus Bergahorn, Buche und verschiedenen Randgehölzen gebildet. Aus den Nachbarbeständen hat sich zusätzlich noch Fichten- und Lärchen-Naturverjüngung eingestellt. Die Fläche wurden in den vergangenen Jahren mehrmals gepflegt. Unerwünschte Baumarten wie Birken, Weiden und Aspen wurden immer wieder entfernt. Für die Aufforstungen hat die Gemeinde damals große Summen an Fördergeldern erhalten. Im vergangenen Jahr konnte die Fläche als gesichert gemeldet werden.

In der Abt. 11a konnten wir eine Rarität im Mudenbacher Wald bestaunen. Hier steht ein Einzelexemplar von einer Weißtanne. Der Baum ist 115 Jahre alt inmitten von gleichaltrigen Buchen und Fichten. Weißtannen in dieser Altersklasse findet man hier in der Umgebung kaum. Der Baum genießt absoluten Schutz und soll auf keinen Fall gefällt werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der Mudenbacher Wald in einem sehr guten Zustand befindet. Neben Altholzbeständen von allen Baumarten finden wir gesicherte artenreiche Aufforstungsflächen. Fast alle Altholzbestände können sich natürlich verjüngen. Buchen-, Fichten- und Ahornverjüngung ist fast überall zu finden, wo das Licht in ausreichendem Umfang vorhanden ist. Wir haben einen angepassten Wildbestand, der die Naturverjüngung erst ermöglicht. Die finanzielle Situation im Gemeindewald ist ebenfalls gut. Bei der letzten Forsteinrichtung im Jahr 2004 wurde ein durchschnittliches jährliches Defizit von 3.200 € prognostiziert. Tatsächlich wurden im Forsteinrichtungszeitraum von 2005 bis 2015 Überschüsse aus dem Mudenbacher Wald erwirtschaftet. Teilweise hatten wir Mehreinnahmen durch Windwürfe. Gleichzeitig wurden aber sehr große Summen in Aufforstungen, Waldaufbau und Pflege investiert.


Wiederholt ein herzlicher Dank an unseren Revierförster Dieter Jung, welcher uns stets höchst informativ durch unseren Gemeindewald leitet, was an dem oben ausgeführten Bericht deutlich erkennbar ist.

 

Christa Hülpüsch, Ortsbürgermeisterin

 

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