Grenzsteine im Hundsgalgen

 

Auszug aus der Dorfchronik von Dr. Markus Müller, 1995 (mit ausdrücklicher Genehmigung)

Herzogtum Nassau (Seite 54)
Das Kirchspiel Kroppach kam 1799 mit der Grafschaft Sayn-Hachenburg an Nassau-Weilburg und wurde 1806 im Rahmen der Rheinbundakte dem Herzogtum Nassau zugeschlagen. Dieses vereinigte man als Ergebnis des Deutschen Krieges 1866 mit Kurhess als preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden zu einer Provinz Hessan-Nassau. Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Mudenbach zur franz. Besatzungszone und wurde 1947 Bestandteil des neuen Landes Rheinland-Pfalz.

Grenzlage des Dorfes (Seite 54)
Seit den Teilungsverträgen des 17. Jahrhunderts war Mudenbach unmittelbare Grenzgemeinde zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Bei den Landesteilungen zwischen Sayn-Hachenburg und Sayn-Altenkirchen kamen die Mudenbacher und Ingelbacher Nachbarn an der neuen Scheide zusammen, um gemeinsam die Grenzsteine zu setzen. Bis 1866 lag hier entlang der heutigen Kreisgrenze zwischen dem Westerwaldkreis und dem Kreis Altenkirchen auch die Grenze zwischen dem Herzogtum Naussau und dem Königreich Preußen.

 

Der Salzschmuggel blühte Informationen u. a. aus Heimat-Jahrbuch Altenkirchen 1985 - Seite 162

In dieser Zeit zwischen 1815 und 1850 blühte besonders der Salzschmuggel. In Preußen bestand ein staatl. Salzmonopol. Der Verbrauch und die Preise unterlagen einer staatl. Kontrolle. Besonders bei Engpässen im Salzvorrat bot es natürlich einen großen Anreiz zum Schwarzhandel. In großen Mengen wurde es in Gradierwerken und Salinen gestohlen und auf dem Schwarzmarkt abgesetzt.
Wahrscheinlich wurde auch ein Teil davon über die alte „Salzstraße“ durch unseren Hundsgalgen nach „Preußen“ transportiert.

In unserer Verbandsgemeinde gab es neben Hachenburg und Bad Marienberg ab etwa 1822 noch weitere Grenzerhebungsämter in Kroppach, Kundert, Limbach und Luckenbach, die aber je nach Bedarf wieder geschlossen wurden.

 

 

1721 - Erste Grenzsteine im Hundsgalgen

 

Auszug aus der Dorfchronik von Dr. Markus Müller, 1995 (mit ausdrücklicher Genehmigung)

 

Alte Grenzsteine (Seite 54)
Es sind nur wenige alte Grenzsteine der Gemarkung vorhanden. Das wohl älteste Exemplar befindet sich an der Gemarkungsgrenze zu Ingelbach und ragt nur etwa 15 cm aus dem Boden und ist auch heute noch zu entdecken. Erwähnt wurde dieses Grenzmal 1721 und 1745.

 

Fotos: Rainer Thiel

 

 

1806-1866 Grenzstein Nr. 60

 

Diese beiden Grenzsteine, Nr. 60 und 61, haben jeweils eine Inschrift.

 

Auf der Seite zum Herzogtum Nassau steht:
H. N. - G M D N H - N. 60 (= Herzogtum Nassau, Gemarkung Mudenbach, Grenzstein Nr. 60)

Auf der Seite zu Königreich Preußen steht:
K. P. - G O N G H - N. 60 (= Königreich Preußen, Gemarkung Oberingelbach, Grenzstein Nr. 60)



Beide befinden sich im Wald in der Flur Hundsgalgen. An ihnen vorbei führte zu dieser Zeit um 1800 eine sog. Salzstraße. Auf diesem beschwerlichen Weg wurde Salz von der Köln Frankfurter Straße (heutige B8) zur Köln Leipziger Straße (heutige B414) transportiert. Es war eine von mehreren Verbindungsmöglichkeit zwischen beiden bestehenden Straßen.

 

Fotos: Rainer Thiel

 

 

1806-1866 Grenzstein Nr. 61

 

Diese beiden Grenzsteine, Nr. 60 und 61, haben jeweils eine Inschrift.

 

Auf der Seite zum Herzogtum Nassau steht:
H. N. - G M D N H - N. 61 (= Herzogtum Nassau, Gemarkung Mudenbach, Grenzstein Nr. 61)

Auf der Seite zu Königreich Preußen steht:
K. P. - G O N G H - N. 61 (= Königreich Preußen, Gemarkung Oberingelbach, Grenzstein Nr. 61)