Heuernte damals und heute

Hier möchte ich einmal eine Heuernte darstellen in die Abschnitte – Heuernte damals und Heuernte heute

Aus einigen alten Fotos ist zu ersehen, welch mühselige Arbeit die Heuernte war (das galt damals für die Ernte allgemein), bevor Traktoren und andere technische landwirtschaftliche Geräte die Arbeit immer leichter und schneller machten.
Bei all diesem Fortschritt ging aber auch die Gemütlichkeit des abendlichen Plausches mit den Nachbarn auf der Hausbank verloren. Heute gibt es nur noch wenige, die Heu ernten. Einer davon ist zum Beispiel Tobias Hülpüsch aus Hanwerth, der diese Arbeit gewerblich ausführt!

Hier folgt eine Beschreibung der Heuernte im Jahr 2008 nach seinen Angaben:
Das Feld (hier Gemarkung „Auenberg“) hat eine Größe von ca 21.000 qm. Bewirtschafter dieser Wiese ist Tobias Hülpüsch.

Bei einer erfolgreichen Heuernte müssen mehrere Komponenten erfolgreich zusammenspielen:
das Wetter (der wichtigste Faktor), optimal sind 3 – 4 sonnig warme Tage und ein wenig Wind, gutes saftiges Gras, hilfreiche Maschinen, die regelmäßig gepflegt und gewartet werden, motivierte Menschen, die sich gerne die Hitze, den Schmutz und die Plackerei antun, die Heuballen (je ca. 12 kg schwer) vom Feld einzusammeln, auf einen Hänger laden und um sie dann in eine vor Hitze stehenden Luft – in der Scheune oder Lagerhalle – bis an die Decke einzustapeln!

Hier nun kurz die Arbeitsschritte:
1. Mähen des Grases mit einem Mähwerk
Damit Gras gezielt zu Heu wird, muß man es im ersten Arbeitsgang schneiden.
Die Mähwerke (je eins vorne und eins hinten) sind Scheibenmähwerke und mähen durch ihre optimale Bodenanpassung unter allen Verhältnissen mit einem sauberen und Kraft sparenden Schnitt das Gras ab.
2. Wenden des Grases bis es Heu ist:
Das Gras wird in mehreren Arbeitsgängen aufgelockert, so dass es besser durchlüftet wird und damit gleichmäßig und schneller trocknet. Das Heu ist trocken, wenn ein Büschel beim Verdrehen „knistert“.
Der Heuwender soll möglichst viel Mähgut in einem Arbeitsgang sehr fein und luftig verteilen. Dafür ist er mit einer Anzahl von Sternen ausgestattet die mit federnden Zinken das Mähgut gezielt durch die Luft schleudern.
3. Schwaden des Heus:
Das Heu wird in Bahnen, das Schwad, abgelegt, um es mit der Heupresse aufnehmen zu können.
Der Schwader besteht aus zwei sich zur Mitte drehenden Sternen von Armen, an denen Zinken befestigt sind, die das Heu mittig zu einem Schwad ablegen.
4. Pressen des Heus zu Ballen:
Das Heu wird von der Presse aufgenommen, in handliche Pakete (je ca. 12 kg) zusammengepresst, verschnürt und auf der Wiese abgelegt.
5. Einsammeln der Ballen:
Die Heuballen werden entweder von einer Person mit einer Heugabeln auf einen Wagen geladen und gestapelt oder mit der Ballenschleuder (siehe Foto und Video) auf einen Wagen „unsortiert“ geladen.
6. Einstapeln in der Scheune / Lagerhalle:
In der Scheune bzw. Halle werden die Ballen abgeladen und dann „per Hand“ platzsparend aufgestapelt.

Soweit von Tobias Hülpüsch die Beschreibung der Heuernte 2008.

Einige Fotos incl. Video zu Pos. 5 gelangen mir im Sommer 2008 in der Gemarkung Auenberg bei der Farrenau. Tobias Hülpüsch belud mit einigen Helfer seine Wagen mit der Ernte dieses
ca. 2,1 ha (ca. 21 000 qm) großen zusammenhängenden Feldes.

Mit seiner Genehmigung haben wir die dazugehörigen Fotos und Video hier veröffentlicht.


Rainer und Frank Thiel - Dein Team mudenbach.de


Video Heuernte heute (im Jahr 2008)

Beladung mit der Ballenschleuder - hier "Am Auenberg" bei der Farrenau vom Team Tobias Hülpüsch!