Chronik-Kurzfassung bis zum Bau der ev. Kirche in Mudenbach

Ich möchte auch hier nur kurz den Werdegang bis zur Mudenbacher Kirche aufzeigen.
Sehr genaue chronologische Beschreibungen finden sich in der Chronik von Erich Weise und Markus Müller sowie in der Broschüre "Ev. Kirche zu Kroppach" von Pfarrer Born aus dem Jahre 1999 und im "Boten für das Kirchspiel Kroppach".

Papst Innozenz II. bestätigte im Jahr 1131 dem Stift St. Kassius in Bonn den Besitz der Kirche in Altenkirchen nebst Kapellen, zu denen auch die von Kroppach gehörte. Sie ist St. Peter geweiht und gehört damit wohl zu den ältesten Kirchen Deutschlands. Katholisch blieb sie bis in die Anfänge der Reformationszeit.

Mit der Einführung der Reformation um 1560 durch die Grafschaft Sayn wurde die Kirche zu Kroppach ab etwa dieser Zeit evangelisch.
Zu dem Kirchspiel Kroppach, dem wohl größten im Westerwaldkreis, gehörte Mudenbach ab 1569, Hanwerth ab 1579.
Graf Wilhelm von Sayn führte die reformierte Lehre mit grosser Härte im Jahr 1605 ein. Als Grundlage der Liturgie galt der Heidelberger Katechismus.

Im Jahr 1817 erfolgte die Gründung der "Nassauischen Union", die eine einheitliche ev. Kirche schuf, zu der durch die Vorgaben der Grafen zu Sayn der weitaus grösste Teil der Mudenbacher Bürger gehörte.
Es herrschten strenge Vorschriften. So mussten z. B. die Gottesdienste bei Strafandrohung von allen Einwohner besucht werden.

Die Toleranz jedoch gegenüber der Minderheit katholischer Mitbürger ließ viele Jahrhundert sehr zu wünschen übrig. Das galt aber nicht nur für Mudenbach, sondern wurde auch in anderen Gemeinden so gelebt, in denen der Anteil der Katholiken größer war, dort waren die Protestanten arg im Nachteil. Mit "Nächstenliebe" hatte das auf beiden Seiten nicht viel zu tun.

Die kath. Christen im Kirchspiel Kroppach erhielten im Jahr 1732 das Recht auf freie Religionsausübung durch das Wetzlarer Reichskammergericht. Sie mussten jedoch eine Kirchenabgabe an die reformierte Kirche in Kroppach zahlen.

Für Mudenbacher Katholiken war die Abtei Marienstatt zuständig, wo auch der Gottesdienst besucht wurde.

Für kurze Zeit gab es neben Christen auch Bürger jüdischen Glaubens in Mudenbach, deren Zahl jedoch nur max. 3 oder 4 Familien gross war. Sie lebten zwischen 1723 und 1788 hier und sind mehrfach erwähnt, da sie in besonderen Registern aufgeführt wurden.
Schon zu dieser Zeit brauchten sie einen besonderen Schutz der Obrigkeit, hatten für diesen Schutz aber eine festgelegte Summe in Bargeld (Schutzgeld?) an die Grafen zu Sayn abzuführen, die für ihren Schutz verantwortlich waren. In dieser Zeit wurde auch der Ausdruck Schuztjude geprägt.
Andere Juden z. B. in Hachenburg entschieden mit, ob ein neues Mitglied würdig auf Schutz war. Würdig war aber nur, wer zahlen konnte.
Ansonsten hatten Juden schon zu damaliger Zeit kaum Rechte.

Der Gottesdienst der ev. Christen aus Mudenbach fand bis Ende der 40er Jahre in der Kirche zu Kroppach statt, wohin man über den "Alter Kirchweg" gelangte. Eben über diesen Weg wurden auch die Toten zur letzten Ruhestätte auf dem Friedhof nach Kroppach begleitet. Das änderte sich erst ab 1950, als ein eigener Friedhof in Mudenbach angelegt wurde.
1955 wurde das Ehrenmal für die Gefallenen der unsäglichen beiden Weltkriege aus der Streitheck (rechts im Wald Richtung Kroppach) versetzt an seinen jetzigen Standort am Friedhof.
Zu Beginn der 50er Jahre fand der Gottesdienst in Mudenbach meist im oberen Schulsaal im Abstand von 3 - 4 Wochen statt.



Die Kirche zu Mudenbach 1965 - heute


Ersten Gedanken an eine eigene Kirche folgten dann im Jahr 1965 der Baubeginn und 1967 die Einweihung der heutigen Kirche am Friedhof. Drei Glocken wurden für unsere Kirche gegossen und 1968 eingeweiht. Im darauf folgenden Jahr fand die Einweihung der Orgel statt, die durch eine neue (gebrauchte) Orgel im Jahr 1976 ersetzt wurde.
Der Frauenchor Mudenbach wurde von Pfarrer Dekan Fischer, Kroppach, im Jahr 1973 in weiterer Funktion zum Frauenkirchenchor ernannt.

Viele lesenswerte Details und umfassende Infos erfahren Sie in der Dorfchronik. Ebenfalls eine detaillierte geschichtliche Darstellung lesen Sie unten stehend!

 

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Die Kirchengeschichte - Aufzeichnungen

Die Kirchengeschichte ist annähernd vollständig zu lesen in der unten stehenden PDF-Datei. Diese bitte einfach nur anklicken und schon ist der Text lesbar.

 

 

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