Mudenbacher Dorfchronik

Mudenbach

Erste urkundliche Erwähnung von Mudenbach (Mudinbag, Modenbach, Mudebach) war am 29. Juni 1270 in einem Testament und nachfolgender Schenkungsurkunde wegen der Teilnahme eines Gutsherrn an einem Kreuzug. Dieser vermachte seine Güter nach seinem Ableben testamentarisch der Abtei Marienstatt. Zeuge war dabei ein Herr Ludwig von Mudenbach.
Mudenbach hatte um das Jahr 1790 ca. 160 Einwohner, im Jahre 1890 ca. 409 und im Jahr 1990 ca.710 Einwohner. Heute, im Jahr 2008, zählt Mudenbach 823 Einwohner.
Mit 4,78 km² Gemarkungsgrundfläche (ca. ein Drittel davon ist Wald) hat Mudenbach eine Bevölkerungsdichte von 173 Einwohnern / km².

Mudenbach - Ortsteil Hanwerth


Ähnlich erfolgte die erste Erwähnung am 24. September 1358 vom Ortsteil Hanwerth auf einer Beweisurkunde. Hier wird ein Johann von Hanefort (später Hanwerth) als Zeuge auf einer Urkunde erwähnt. Kurzzeitig gab es auch mal ein Ober- und Niederhanwert.
Erst im Jahre 1816 wird Hanwerth ein Ortsteil von Mudenbach, nachdem es zwischenzeitlich kurz zu Oberhattert gehörte. Beide Dörfer waren selbständig, bis eine neue Verwaltungsvorschrift von Nassau kleine Ortschaften unter 20 Familien den naheliegenden Dörfer anschloß - so kam Mudenbach zu seinem Ortsteil Hanwerth.

Besiedlung

Die beginnende Besiedlung erhielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges einen herben Rückschlag. Mindestens 40% der Häuser und der Bevölkerung überstanden diesen menschenfressenden Krieg nicht - aber welcher Krieg ist schon gut für die Bevölkerung!
Mudenbach musste bis ca. 1560 seine Steuern (Zehnten) an das St. Kassius Stift in Bonn abzuführen, später wurden die Abgaben von den Grafen von Sayn in Hachenburg eingezogen. Da Mudenbach schon immer landwirtschaftlich geprägt war, bestanden diese Abgaben meist aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Tieren aus der landwirtschaftlichen Haltung.

Verwaltung

Ab dem Jahre 1849 wurden die Bürgermeister (Schultheissen) in freier Wahl von den Dorfbewohnern gewählt. Die Dörfer hatten ab dann Selbstverwaltungsrechte, geheim gewählt wurde erst ab 1898.

Der Gemeinderat besteht heute im Jahr 2013 aus 13 Ratsmitgliedern, einschliesslich des nebenamtlichen Bürgermeister, die bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden.

Schulen

Das Bildungswesen in Mudenbach litt sehr unter der geringen Zahl von Lehrer im ganzen Land. Oft wurden Lehrer von Nachbardörfer ausgeliehen bzw. mussten diese ihre Zeit aufteilen und in mehreren Schulen unterrichten, was natürlich zum Nachteil der Schüler wurde.
Der baufällige Zustand des alten Schulhauses wurde ersetzt durch ein neues Schulgebäude im Jahr 1870, das dann aufgrund steigender Schülerzahlen im Jahr 1903 erweitert wurde in eine zweistufige Schule, die Abteilungsschule. Daraus bildete sich dann die klassische Volksschule mit dem 1. bis 4. Schuljahr im unteren Schulraum (Unterstufe), sowie dem 5. bis 8. Schuljahr im oberen Schulraum (Oberstufe), später wurde es dann eine 3-klassige Schule, die 1973 101 Schüler aufwies mit 3 Lehrer.
Die Volksschule Mudenbach wird ab Nov. 1971 aufgelöst und mit der fünfklassigen Volksschule in Borod vereinigt. Weitere detaillierte Informationen zu der Schule finden Sie unter dem Link: Schulchronik
Unter dem Link: Anekdoten werde ich in Abständen einige interessante Ausschnitte aus dieser Schulchronik reinsetzen.

Der "Steinerne Pfeiler"

Ein Rätsel in der Mudenbacher Dorfgeschichte ist und bleibt wohl für immer der "Steinerne Pfeiler", der am "Alter Kirchweg" in der Nähe der Bundesstrasse 414 steht. Unklar ist bis heute, weshalb und wann dieses Denkmal dort errichtet wurde. Es ranken sich einige Sagen und Geschichten um diese Säule, die aber keine gesicherte Grundlage oder Herkunft erkennen lassen.
Siehe dazu Link: Der Steinerne Pfeiler

Das christliche Mudenbach


Der Bau der Mudenbacher ev. Kirche beginnt 1965. Sie wird am 17.12.1967 eingeweiht, ist aber nach wie vor dem Kirchspiel Kroppach angehörig. Vorher fanden in Mudenbach ev. Gottesdienste in der Volksschule statt. Mudenbach ist weitaus ev. geprägt, was sich im Laufe der Jahre ein wenig veränderte.
Mudenbachs Katholiken hatten die Möglichkeit in der Kapelle zu Kroppach bzw. in der Abtei Marienstatt ihrem Gottesdienst nachzugehen. Kinder mit kath. Erziehung besuchten den Kommunionsunterricht in Marienstatt, Kinder mit ev. Erziehung mussten nach Kroppach zum Konfirmantenunterricht.
Anfang er 50er Jahre erhielt Mudenbach einen eigenen Friedhof. Bis dahin wurden die Toten in Kroppach beigesetzt, daher auch noch die Wegbezeichnung "Alter Kirchweg".
Weitere ausführliche Infos zur dazu mit Fotos siehe Link: Das christliche Mudenbach

Sport in Mudenbach

Bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg, im Jahr 1920, entstand in Mudenbach der Fußballclub FCM.
Auf privaten Wiesengrundstücken fanden die ersten Spiele statt, aber schon 1921 wurde "Im Schlüssel" ein Grundstück als Spielfeld zur Verfügung gestellt, später spielte man auf einem neu angelegten Platz "Auf der Höh" am oberen Dorfeingang.
Die Spielvereinigung (SV) mit Borod besteht seit 1963, siehe Homepage: SV Borod-Mudenbach
1973 erhält Mudenbach einen neuen Sportplatz mit Rasenfläche, der endlich die erforderlichen Maße und Ebenheit hat. Im Juli '73 wird der neue Platz der Spvgg. Borod-Mudenbach eingeweiht.

Detaillierte Infos mit Fotos zum Mudenbacher Sportverein von den Anfängen bis heute
siehe Link: Sport in Mudenbach

Im Jahr 1990 fusionierte man wegen Nachwuchsmangel zusätzlich noch mit Ingelbach zu einer Spielgemeinschaft (SG). Der Verein heißt nun SG Ingelbach/Borod-Mudenbach.

Weitere Infos zur SG siehe deren eigene Homepage: SG Ingelbach/Borod-Mudenbach

Der Weiher

Im Jahre 1984 wurde in der Kehre bei Hanwerth ein Stauweiher mit Freizeitanlage angelegt. Dieser wurde dann vom Angelsportverein Mudenbach (ASV) als Fischweiher gepachtet und vom ASV gepflegt und mit Unterstützung der Gemeinde erweitert. Die Gemeinde baute auch dort in Eigenleistung eine Blockhaus, das zwischenzeitlich modernisiert wurde und für private Feiern und Gemeindeveranstaltungen gemietet werden kann bzw. dient.

Besondere Höhepunkte setzt unser Weiher beim alle 2 Jahre stattfindenden "Hafenfest im Lichterglanz", das vom ASV in Eigenregie mit viel Liebe, Arbeit und Engagement veranstaltet wird. Das Jahr 2007 war wieder so ein Glanzpunkt. Das wieder einmal erweiterte Spektakel ging bei schönem Wetter und unter großer Beteilung der Bewohner Mudenbachs, Hanwerths und der umliegenden Dörfer über die Bühne.
Weitere Infos dazu und zum ASV siehe deren eigene Hompage ASV-Mudenbach.

Das Dorfgemeinschaftshaus


Im Jahr 1993 wurde auf dem Grundstück der alten Dorfschule unter Einbeziehung einiger bestehender und übernommener Bausubstanz das neue Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt und eingeweiht. Es erfreut sich seitdem großer Beliebtheit, u. a. auch daher, weil es sich architektonisch dem Dorfbild anpasst und einen harmonischen Eindruck hinterlässt mit Erinnerungen an das alte Schulgebäude.