Der Steimel und sein Steinbruch

In früherer Zeit, d. h. Bis etwa 1950, als die Häuser noch per Hand gebaut und aus Kostengründen dazu heimische Bruchsteine für das Kellergeschoß verwendet wurden, hatten die Steinbrüche in der Gemarkung Mudenbach noch Hochkonjunktur. Dazu zählte auch der Steinbruch im Steimel. Der Abruch wurde dann, meist schon auf richtige Größe zugehauen, von Kuhgespannen zur Baustelle gebracht.

Zu diesem Steinbruch dichtete der damalige Lehrer an der Mudenbacher Volksschule, Georg Ortmüller, folgendes Gedicht, das seine Schüler/innen natürlich auswendig lernen mussten. Inge Schmidt zumindest kann es heute noch auswendig. Er sah in diesem Steinbruch allerdings eine Kultstätte:

Hier das Gedicht: 

 

Auf dem Steimel!

Überm Dorf ragt die Halde, Heide blüht im roten Kleid,

Steimel nennt des Volkes Mund dich - Steinmal – der Vergangenheit.

Einst vor vielen vielen Jahren, eh die Bibel Eingang fand,

dort auf deiner freien Höhe Heiligtum der Alten stand.

Schwere Quadern rings im Kreise – Opferstatt des Gottes Thor,

und in hellen Vollmondnächten tagt das Thing im Ring davor.

Wenn der Orion überm Walde blinkt und blitzt in stiller Nacht -

wenn des Mondes Silbersichel überm stillen Weiler wacht,

wenn am Steinmal alte Priester legen ihre Runenzeichen,

wenn in banngeweihter Runde andächtige Beter schweigen -

wenn das schwere Bronzemesser in der Hand des Priesters blitzt -

und auf seinem hohen Stuhle finster – stumm der Häuptling sitzt -

wenn des weißen Rosses Wiehern endet unter bronzner Wehr...

netzt sein heißes Blut die Quadern einmal noch zu Gottes Ehr!

Heute tönt vom nahen Turme Glockenklang an unser Ohr,

ruft des Tales Einbewohner zu der Christengottes Chor.

Überm Steimel wehn die Winde, raunen oft in hartem Streit.

Lieder süß – und still und leise... Lieder der Vergangenheit...!

 Georg Ortmüller (1920 – 1945 Lehrer in Mudenbach)

 

Aus dieser Zeit stammt auch das Foto, das anscheinend auch als Ansichtskarte fungiert hatte, des Steinbruches mit den Arbeitern, die wohl in diesem Moment bei ihrer Kaffeepause waren. 

 

 

 

Der Steimel und sein Steinbruch